Carina Gröpper Rechtsanwältin Fachanwältin für Familienrecht Florianstraße 6 33102 Paderborn Tel.: 0 52 51 - 14 22 88 8 Fax: 0 52 51 - 14 22 88 9 mail@rechtsanwaeltin-groepper.de
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Ganz der Vater - oder doch nicht? Der gesetzliche Vater eines Kindes ist leider nicht immer auch dessen  biologischer Erzeuger. Hieraus können sich erhebliche rechtliche  Konsequenzen und Problemstellungen ergeben, welche ich beispielhaft im  Folgenden kurz darstelle:  § 1592 Nr. 1 BGB regelt, dass Vater eines Kindes automatisch der Mann ist, der  zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter des Kindes verheiratet ist.  Selbst dann, wenn die Eheleute bereits getrennt leben und es offenbar  unmöglich ist, dass die Frau das Kind von ihrem Ehemann empfangen hat, gilt  der Ehemann als gesetzlicher Vater (auch Scheinvater genannt).   Der gesetzliche Vater hat in diesem Fall das Recht, die Vaterschaft anzufechten. Allerdings kann die Vaterschaft nur binnen einer Frist von zwei Jahren  angefochten werden. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der  Berechtigte von den Umständen erfährt, die gegen die Vaterschaft sprechen -   jedoch nicht vor Geburt des Kindes.  Hat der gesetzliche Vater die Vaterschaft nicht rechtzeitig angefochten, gilt er  auch weiter als gesetzlicher Vater des Kindes mit sämtlichen rechtlichen Folgen  - auch wenn er erwiesenermaßen nicht der biologische Vater ist. Besonders  bitter ist es für den Scheinvater, wenn er dann auch noch jahrelang  Unterhaltsleistungen für das Kind zu erbringen hat, dessen Erzeuger er nicht ist.  In diesem Fall kann lediglich das Kind nach Eintritt der Volljährigkeit die  Vaterschaft selbst anfechten. Nach erfolgter Anfechtung kann der Scheinvater jedoch den gerichtlich  festgestellten biologischen Vater in Regress nehmen, soweit der Erzeuger  unterhaltspflichtig war.  Allerdings kann es ohne die Mitwirkung der Mutter und  des Kindes nicht zur gesetzlichen Vaterschaft des leiblichen Vaters durch  Anerkennung kommen, da seine Anerkennung der Zustimmung von Mutter und  Kind  bedarf, so dass ggfs. der Regress des vormaligen Scheinvaters verhindert  werden kann. In Ausnahmefällen kann ein derartiges Verhalten jedoch gegen  Treu und Glauben verstoßen.  Väter, die Zweifel an der Vaterschaft haben, sollten daher nicht zu lange zögern,  eine Klärung herbeizuführen, da ansonsten nach Ablauf der zweijährigen  Anfechtungsfrist durch den Gesetzgeber im vermeintlichen Interesse des  Kindes der Rechtssicherheit und dem Rechtsfrieden der Vorrang eingeräumt  
wird.  Im Folgenden finden Sie einige meiner Publikationen aus dem Lokal- Magazin “Senne Aktuell”
Ich will die Scheidung... Dieser Satz ist zumeist der Anfang des Endes einer Ehe und er hat  weitreichende Konsequenzen.  Wer sich scheiden lassen möchte, kann nach Ablauf des gesetzlich  vorgeschriebenen Trennungsjahres über einen Rechtsanwalt den  Scheidungsantrag stellen. Erst nachdem die Beteiligten mindestens ein Jahr  dauerhaft voneinander getrennt leben, gilt die Ehe als zerrüttet (sog.  Zerrüttungsprinzip) und kann geschieden werden.   Eine nähere Angabe von Gründen oder gar Schuldzuweisungen können nach  geltendem deutschen Scheidungsrecht dahinstehen. Dies war jedoch nicht  immer so. Bis 1977 galt im deutschen Scheidungsrecht das sog.  Verschuldensprinzip. Obwohl das Verschuldensprinzip abgeschafft wurde,  haben die sich im Konflikt befindlichen Beteiligten häufig das Bedürfnis, einen  Schuldigen für die Trennung bzw. Scheidung zu finden. Der Schuldige ist  naturgemäß zumeist der jeweils andere.   Die Beteiligten können vor dem Familiengericht im Rahmen eines  Scheidungsverfahrens selbst keine Anträge stellen. Es herrscht insoweit sog.  Anwaltszwang, da eine Ehescheidung die Rechtslage gestaltet und erhebliche  Auswirkungen im sozial-, renten- sowie im erbrechtlichen Bereich mit sich  bringt.  Häufig sind im Rahmen der Scheidung weitere Folgesachen wie der  nacheheliche Unterhalt, Zugewinnausgleich etc. zu regeln. Die Scheidung wird  in der Regel nicht ausgesprochen, bevor die entsprechenden Folgesachen nicht  geklärt sind. Das Gericht hat die Beteiligten in jedem Fall im Rahmen eines  Scheidungstermins persönlich anzuhören.  Schließlich wird die Ehe durch den Scheidungsbeschluss (vormals  Scheidungsurteil) geschieden. Nachdem die Scheidung rechtskräftig geworden  ist, kann auch der Ehegatte, der bei der Wahl des Familiennamens auf seinen  Geburtsnamen verzichtet hat, wieder seinen Geburtsnamen annehmen.   Schließen möchte ich heute mit einem Zitat von Jerry Lewis: "Es gibt sicher  viele Gründe für die Scheidung, aber der Hauptgrund ist und bleibt die Hochzeit.  "
Das elterliche Sorgerecht Das Sorgerecht der Eltern beinhaltet Entscheidungen für das Leben des Kindes.  Im Sorgerecht ist verankert, dass die Eltern die Pflicht und das Recht haben, für  ihre minderjährigen Kinder zu sorgen. Das beinhaltet unter anderem  Entscheidungen über Erziehung, Schulbesuch, Aufenthalt des Kindes und  medizinische Behandlungen.   Bei der Geburt eines Kindes haben verheiratete Eltern kraft Gesetzes das  gemeinsame Sorgerecht für das Kind inne. Nichtverheiratete Paare haben die  Möglichkeit, eine "gemeinsame Sorgeerklärung" gegenüber dem Jugendamt  abzugeben.   Falls dies nicht geschieht, hat von Gesetzes wegen zunächst die nichteheliche  Mutter das alleinige Sorgerecht für das Kind.   Derzeit gibt die Mehrheit der nicht miteinander verheirateten Eltern in  Deutschland einvernehmlich eine gemeinsame Sorgeerklärung ab.  Probleme gab es jedoch zunehmend in den Fällen, in denen die nichteheliche  Mutter sich weigerte, eine gemeinsame Sorgeerklärung abzugeben. Der  nichteheliche Vater hatte gegen den Willen der Mutter keine Möglichkeit, bei  Entscheidungen für das Kind mitzuwirken.  Bereits im Jahre 2010 hatte das Bundesverfassungsgericht eine Neuregelung  verlangt, da die nichtehelichen Väter durch die v.g. gesetzliche Konstellation  unangemessen benachteiligt wurden.  Der diesbezügliche Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Reform der  elterlichen Sorge unverheirateter Eltern (17/11048) soll vor allem die Rechte der  Väter stärken. Neu ist, dass diese auch gegen den Willen der Mutter vor Gericht  eine Beteiligung am Sorgerecht beantragen können - vorausgesetzt die Mutter  bringt keine Gründe vor, die das Kindeswohl gefährden. Bringt die Mutter  Gründe vor, welche für eine Kindeswohlgefährdung für den Fall der Ausübung  der gemeinsamen elterlichen Sorge sprechen, so muss im Zweifel ein durch das  Familiengericht eingeholtes Sachverständigengutachten Klärung bringen.  Fakt ist, dass auch nichteheliche Eltern über ihr Kind bzw. ihre Kinder  notwendigerweise miteinander verbunden bleiben auch wenn ihre Beziehung  gescheitert ist. Zumeist ist es für die Beteiligten - ob verheiratet oder nicht - sehr  schwer, die gescheiterte Paarebene hinter sich zu lassen und sich auf der  Elternebene zu verständigen.   Ich schließe daher heute mit dem weisen Ausspruch aus dem Volksmund:  "Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr."